KNELL zu Einwegpfand

17. Februar 2020

• Einwegpfand hat Mehrwegquote geschadet
• Abschaffung statt Ausweitung des Einwegpfands
• Innovationen statt Verordnungen

WIESBADEN – „Das seinerzeit von Umweltminister Trittin eingeführte
Dosenpfand hatte eigentlich das Ziel, die Mehrwegquote zu erhöhen.
Schon damals haben viele gewarnt, dass durch das Einwegpfand der falsche
Eindruck bei den Verbrauchern entstehen könnte, dass Einwegflaschen
tatsächlich Mehrwegflaschen sind. Genauso ist es auch gekommen“, erklärt
Wiebke KNELL, umweltpolitische Sprecherin der Freien Demokraten im
Hessischen Landtag. Inzwischen ist die Mehrwegquote von 64 % vor Einführung
des Einwegpfands auf knapp über 40 % gefallen. Dabei ist das Ziel des
Gesetzgebers eine Mehrwegquote von mehr als 80 %. „Der Vorschlag aus Hessen
im Bundesrat nun das Einwegpfand noch auszuweiten, erscheint daher wie ein
aus der Zeit gefallener Schildbürgerstreich“, so Knell weiter.

„Wir Freie Demokraten fordern stattdessen die Abschaffung des Einwegpfands.
Wichtiger wäre, dass die Landesregierung an Strategien arbeitet, wie die
Recyclingquote erhöht werden kann, statt, dass wir Plastikmüll in alle
Welt exportieren oder verbrennen“, fordert Knell. Es sei nach wie vor ja
auch nicht abschließend geklärt, ob die recycelbare Einwegverpackungen
generell und immer eine schlechtere Ökobilanz aufweisen als
Mehrwegverpackungen, die aufwendig gereinigt werden müssen. Dazu bedarf es
dringend weiterer Innovationsanreize statt Verordnungen aus den 90er Jahren.