Kita-Tour in Nordhessen- Frühkindliche Bildung als zentrales Thema für die Landespolitik

28. November 2017

BAD WILDUNGEN  – René Rock, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag, hat am 16. November 2017 zusammen mit Bürgermeister Volker Zimmermann, der FDP Kreistagsabgeordneten Annegret Schulze-Ueberhorst und den FDP-Stadtverordneten Jörg Schäfer und Stefan Schraps die Kindertagesstätte Odershausen besucht. Im Gespräch mit Kita-Koordinatorin Jessica Wittaschek und den Leiterinnen der Kita Claudia Gier und Anke Mangel informierte sich Rock über Herausforderungen und Entwicklungen der Kindertagesstätte.

„Ich höre auch hier in Odershausen, wie groß die Nachfrage nach Kita-Plätzen ist. Die Kitas sind voll ausgelastet, wir brauchen dringend mehr Gruppen, mehr Erzieher und Erzieherinnen. Ich fordere eine wirkliche Systemdebatte, wie wir der pädagogischen Arbeit in der frühkindlichen Bildung den Raum schaffen können, den sie verdient“, sagte Rock. „Die FDP wird sich in der nächsten Legislaturperiode dafür einsetzen, dass Sie in Ihrer täglichen Arbeit spüren: Es wird jedes Jahr besser!“

„Die Freien Demokraten haben einen 5-Punkte-Plan für die frühkindliche Bildung entwickelt, die wir jetzt schon mit 5 Gesetzesinitiativen Schritt für Schritt in den Landtag einbringen werden“, erläuterte Rock:

1.      „Wir wollen die Eltern und Kommunen dabei unterstützen, die Kinder in der Nähe des Arbeitsortes der Eltern unterzubringen. Das Land zahlt dann eine Pauschale an jene Kommunen, die Kinder aus anderen Kommunen aufnehmen.

2.      Wir wollen einen Prozess anschieben, der die Freistellung der Kita-Leitung und die Vorbereitungszeit von Erzieherinnen und Erziehern erleichtert und ausbaut.

3.      Wir werden die Eltern und die Partnerschaft zwischen Eltern und Kitas stärken. Wenn es so etwas wie einen Landeselternbeirat für Kitas gibt und Eltern für die Bedeutung frühkindlicher Bildung sensibilisiert sind, dann haben Eltern viel mehr Gewicht in der politischen Debatte.  Es entsteht dadurch auch Druck auf die Kommunen, Qualitäts- und Migrationspauschalen verbindlich den Kitas zukommen zu lassen.

4.      Der Übergang von der Kita zur Schule soll durch eine Weiterführung der „Qualifizierten Schulvorbereitung“ (QSV) erleichtert werden.

5.      Verbindliche Regeln für die Inklusion. Alle Kinder müssen nach ihrem jeweiligen Bedarf gefördert werden.“

„Wie erfreulich, dass auch hier in Odershausen die Zusammenarbeit von Kita und Schule durch die QSV profitiert hat, unterstrich Rock. „Die gemeinsame pädagogische Arbeit, das gewachsene Verständnis füreinander, die gemeinsamen Projekte, all dies wird fortgesetzt, auch wenn die schwarz-grüne Landesregierung die Initiative nach nur zwei Jahren schon wieder beendet hat. Die FDP wird sich in der neuen Legislaturperiode entschieden dafür einsetzen, die QSV wieder zu starten. Denn gerade Kinder, die nicht so stark sind, haben am meisten davon profitiert.“

„Wenn es CDU und Grünen wirklich um gute frühkindliche Bildung ginge, dann hätten sie auf das plumpe Wahlgeschenk komplett kostenfreier Kindertagesstätten verzichtet und stattdessen in die Qualität unserer Bildung investiert“, konstatierte Rock. “Für das Geld hätten 7.500 zusätzliche Fachkräfte eingestellt werden können. Die Entwicklung und Förderung von Kindern im Sinne einer echten Chancengerechtigkeit findet vor der Schule statt. Wir Freie Demokraten werben deshalb dafür, den Bildungsauftrag der Kommunen wirklich bewusst zu machen, kommunale Bildungsausschüsse einzurichten und alles für eine hohe Qualität in Anleitung, Begleitung und das erste Lernen der Kinder zu tun. Wir sollten dafür den Kindertagesstätten auch direkt finanzielle Mittel zur Verfügung stellen und sie selbst über die Verwendung entscheiden lassen. Die Freien Demokraten vertrauen, dass die Einrichtungen selbst am besten wissen, was für sie gut ist.“

In der Altstadt von Bad Wildungen besuchte Rock anschließend direkt im Zentrum das „Mehrgenerationenhaus in der Alten Schule. Getragen von der Stadt Bad Wildungen, der Evangelische Kirchengemeinde, dem ”Verein zur Förderung der Altstadt von Bad Wildungen e.V.“ und dem “Diakonische Werk Waldeck-Frankenberg” dient das Haus als Begegnungsstätte für eine Vielzahl gesellschaftlicher und sozialer Aktivitäten unterschiedlichster Organisationen. Rock begrüßte die zahlreichen Angebote für Kinder, gerade auch jene mit Migrationshintergrund. „Es ist beeindruckend, wie viel ehrenamtliches und hauptamtliches Engagement hier zusammenfinden“, bemerkte Rock. „Hier findet in idealer Form eine große Vernetzung der sozialen Einrichtungen in Bad Wildungen statt. Die Verknüpfung von ehrenamtlichen und hauptamtlichen Strukturen ist heute wichtiger denn je. Die Menschen von Bad Wildungen haben hier eine Anlaufstelle, wenn sie Hilfe benötigen. Als Liberaler freue ich mich über alles, was dazu beiträgt, dass Menschen selbstständig und eigenverantwortlich ihren Weg gehen können.“