Kommunalwahlprogramm 2026

Kommunalfinanzen in Waldeck-Frankenberg

Kreisumlagen transparent und maßvoll gestalten: Die Kreisumlagen sind eine der größten Belastungen für die Städte und Gemeinden. Wir prüfen Höhe und Struktur regelmäßig, schaffen klare und transparente Regeln und verhindern, dass Kommunen und damit Bürgerinnen und Bürger weiter übermäßig belastet werden.

Verwaltung schlank und wirksam organisieren: Der Stellenplan im Kreishaus wird auf den Prüfstand gestellt. Ziel ist eine schlagkräftige, schlanke und kosteneffiziente Verwaltung, die Anträge zügig bearbeitet und Doppelstrukturen abbaut.

Interkommunale Zusammenarbeit ausbauen: Kreis und Kommunen kooperieren stärker, um Kosten zu senken und die Qualität der Leistungen zu sichern. Der Kreis fungiert als Lotse für Verwaltungsgemeinschaften und unterstützt Kommunen aktiv bei Gründung und Entwicklung solcher Kooperationen.

Kompetenzen bündeln, Bürokratie abbauen: Wir modernisieren Prozesse, reduzieren unnötige Bürokratie und setzen auf digitale Lösungen. Das erhöht Effizienz und verbessert den Service für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen.

Strukturen mittelfristig effizienter machen: 21 Kommunen sind mittelfristig zu viel, um Ressourcen wirksam zu steuern. Wir setzen auf freiwillige Fusionen benachbarter Kommunen oder größere Verwaltungseinheiten, um Handlungsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit zu stärken.

Regionale Besonderheiten wahren: Jede Veränderung erfolgt mit Augenmaß, respektiert lokale Identität und berücksichtigt die Interessen der Menschen vor Ort. Ziel ist eine stabile, bürgernahe Verwaltung.

Finanzielle Handlungsfähigkeit sichern: Durch maßvolle Umlagen, schlanke Strukturen und Kooperationen stärken wir die Budgets der Kommunen. So vermeiden wir unnötige Belastungen für Steuerzahlende und schaffen Spielräume für Investitionen.

Fazit: Eine nachhaltige, transparente und zukunftsfähige Finanzpolitik ist die Grundlage kommunaler Stärke. Mit klaren Regeln, effizienter Verwaltung, Zusammenarbeit und klugen Strukturen bleibt Waldeck-Frankenberg handlungsfähig.

Landwirtschaft in Waldeck-Frankenberg

Regionale Aufträge sichern: Der Landkreis vergibt Dienstleistungen, die heimische Betriebe leisten können, vorrangig vor Ort. Das stärkt die regionale Wertschöpfung und sorgt für kurze Wege.

Bürokratie vor Ort abbauen: Genehmigungen sollen schlank sein, Anträge digital gestellt werden können und Vorschriften pragmatisch ausgelegt werden. Jede gesparte Stunde Bürokratie ist mehr Zeit für die eigentliche Arbeit.

Fachdienst Landwirtschaft fachlich stärken: Die Planstellen im Fachdienst Landwirtschaft werden erhalten und qualifiziert besetzt. Eine Verlagerung in andere Bereiche lehnen wir ab.

Direktvermarktung und regionale Vermarktung fördern: Direktvermarkter erhalten Unterstützung bei Marketing und Vernetzung mit Gastronomie und Tourismus. Der Landkreis stellt geeignete Flächen für Hofläden und Verkaufsstände bereit.

Wolfsmanagement mit Augenmaß: Weidetierhalter brauchen Schutz und Planungssicherheit. Entschädigungen müssen zügig fließen, Herdenschutz unbürokratisch gefördert und problematische Tiere bei Bedarf entnommen werden.

Digitalisierung und Infrastruktur ausbauen: Der Landkreis unterstützt Precision Farming, Automatisierung und Drohneneinsatz durch Beratung, Förderzugänge und den Ausbau von Breitband und 5G – auch für Einzelhoflagen. Die Arbeit des Maschinenrings Waldeck-Frankenberg wird weiterhin gestärkt.

Rhein-Main-Link: Schäden minimieren, Betriebe unterstützen: Die Landwirtschaft wird frühzeitig beteiligt und von den Fachdiensten Bauen, Umwelt und Landwirtschaft begleitet. Ziel ist es, Beeinträchtigungen zu begrenzen und Ausgleichslösungen zu sichern.

Erneuerbare Energien als Einkommensstandbein: Biogas, Photovoltaik und Beteiligungen an Windkraftanlagen leisten einen wichtigen Beitrag zum Betriebserfolg. Die Kreisverwaltung unterstützt über Fachdienste sowie EWF/VEW.

Mobilität in Waldeck-Frankenberg

Unsere Forderungen:

Waldeck-Frankenberg ist „ländlicher Raum pur“ und das ist auch gut so. Wir selbst, aber auch Touristen wissen die landschaftliche Schönheit, den Platz und die Natur unseres Landkreises zu schätzen. Im Alltag bedeutet „viel Platz für Natur“ aber eben auch oft: weite Strecken zu Arbeit / Schule, Kultur, Freunden, Einkaufen und Freizeitgestaltung.

Ein überwiegender Teil der Menschen ist auf das Auto angewiesen und daher möchten wir durch fortgesetzten Straßenausbau und Erneuerung dafür Sorgen, dass die Strecken gut befahrbar bleiben oder werden.

Das „Rennen“ zwischen Verbrenner- und Eloktromotoren entscheidet nicht der Staat, sondern ein mittlerweile schon weltweiter Markt um Energiequellen und -preise, Technologien und letztlich den Wünschen der Verbraucher. Unser Landkreis muss das Nutzungsverhalten permanent im Auge behalten und mit Ausbau der Ladesäuleninfrastruktur, sowie der Einbeziehung der Anbieter voranbringen.

Eine universelle Tempo-30-Zone in unseren Städten macht unserer Ansicht nach keinen Sinn: sie würde den Verkehr pauschal verlangsamen und brächte auch niemanden dazu, auf das Auto zu verzichten – ganz einfach, weil das in den meisten Fällen nicht geht.

Die Zeit der starren Buslinien neigt sich dank KI und App-basierter Nutzungsmodelle dem Ende zu. Um Auslastung und Kundenwünsche ins Gleichgewicht zu bringen fordern wir eine Offensive des Landkreises in diesem Bereich.

Sicherheit in Waldeck-Frankenberg

Kraftstoffversorgung sicherstellen: Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Wärmeräume und Feuerwehren benötigen verlässliche Kraftstoff- und Logistikketten für Notstromaggregate. Diese Versorgung wird geplant, vertraglich gesichert und regelmäßig überprüft.

Wärmeräume ausstatten: Dorfgemeinschaftshäuser werden mit Notstromaggregaten, Mehrfachsteckdosen und Ladeinfrastruktur ausgestattet, damit Menschen Geräte laden und Schutz finden können.

Informationspunkte einrichten: Dorfgemeinschaftshäuser fungieren als zentrale Anlaufstellen. Aushänge müssen möglich sein, und ein UKW- oder DAB-Radio sorgt auch im Stromausfall für Informationen.

Einrichtungen schützen: Polizei- und Ordnungspräsenz werden erhöht. Wo erforderlich, ergänzen Sicherheitsdienste und bauliche Maßnahmen wie Zäune, Beleuchtung und einfache Zutrittskontrollen den Schutz.

Bevölkerung informieren: Informationsveranstaltungen vermitteln, welche Vorräte sinnvoll sind, wohin man sich im Krisenfall wendet und wie man sich verhält. Checklisten und Kontaktpunkte werden kommuniziert.

Strukturen und Übungen: Eine klare Organisationsstruktur mit Zuständigkeiten, Alarm- und Kommunikationsplänen wird aufgebaut, gepflegt und regelmäßig geübt. Das schafft Ruhe, Ordnung und Verlässlichkeit im Ernstfall.

Umwelt in Waldeck-Frankenberg

Klimaschutz mit Augenmaß: Wir unterstützen Projekte mit realistischen, überprüfbaren Zielen, die technologieoffen und wirtschaftlich tragfähig sind. Kommunale Gebäude werden saniert, intelligent gesteuert und mit moderner Technik ausgestattet.

Erneuerbare im Einklang mit Natur und Akzeptanz: Der Ausbau erfolgt verantwortungsvoll und berücksichtigt Landschaftsbild, Artenschutz und die Akzeptanz der Bevölkerung.

Bürgerenergie und Beteiligung: Bürgerenergieprojekte und kommunale Beteiligungsmodelle halten Wertschöpfung in der Region und erhöhen die Zustimmung vor Ort.

Photovoltaik mit klarem Vorrang: Dächer, Parkplätze und Konversionsflächen haben Vorrang vor der Umnutzung wertvollen Ackerbodens. So verbinden wir Energieausbau und Flächenschutz.

Natur- und Artenschutz gemeinsam umsetzen: Wälder, Gewässer und Schutzgebiete werden durch nachhaltige Nutzungskonzepte gepflegt. Landwirtschaft, Forst, Jägerschaft und Naturschutzverbände arbeiten auf Augenhöhe zusammen, etwa im Landschaftspflegeverband.

Bürokratie für Freiwillige senken: Freiwillige Naturschutzmaßnahmen werden durch weniger Hürden und klare Verfahren erleichtert.

Wasser und Böden schützen: Eder, Diemelsee, Twistesee und Edersee werden als Natur- und Tourismusgüter geschützt. Bodenschutz gelingt durch sparsamen Flächenverbrauch und konsequente Innenentwicklung.

Innenentwicklung vor Außenentwicklung und Denkmalschutz erleichtern: Wir stärken die Nachverdichtung und vereinfachen praxistaugliche Lösungen im Denkmalschutz.

Umweltbildung, Digitalisierung und Beteiligung: Umweltbildung an Schulen, in Vereinen und an außerschulischen Lernorten wird ausgebaut. Digitale Verwaltungsprozesse schonen Ressourcen, und frühzeitige Bürgerbeteiligung schafft Vertrauen.

Wirtschaft in Waldeck-Frankenberg

Rückkehrkampagne für Fachkräfte: Wir sprechen ehemalige Waldeck-Frankenberger gezielt an und werben mit starken Arbeitsangeboten, Lebensqualität und Familienfreundlichkeit. So gewinnen wir dringend benötigte Talente zurück.

Wirtschaftsförderung fortführen: Die begonnenen Maßnahmen werden verlässlich weitergeführt. Regionale Unternehmen erhalten Unterstützung bei Innovationen, Digitalisierung und der Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Gründungen und Innovation stärken: Gründer und kleine bis mittelständische Unternehmen erhalten Zugang zu Netzwerken, Beratung und Pilotprojekten. Technologie- und Innovationszentren werden ausgebaut.

THM und Wirtschaft verzahnen: Die Zusammenarbeit der THM mit Betrieben wird vertieft. Duale Formate, Labore und Forschungskooperationen bringen Praxis und Studium zusammen.

Wissenstransfer beschleunigen: Forschungsergebnisse sollen schneller in die Anwendung gelangen. Matching-Formate und Transferprojekte verbinden Hochschulen und Unternehmen.

Austausch auf Augenhöhe: Regelmäßige Runden zwischen Politik, Verwaltung und Wirtschaft schaffen Verständnis, Transparenz und schnelle Lösungen.

Behördengänge digital und schlank: Anträge und Genehmigungen werden digital, benutzerfreundlich und zügig bearbeitet. Klare Zuständigkeiten und feste Fristen bauen Bürokratie ab.

Ausbildung in Waldeck-Frankenberg

Duale Ausbildung stärken: Die duale Ausbildung wird kommunikativ und strukturell aufgewertet. Sie ist ein gleichwertiger Bildungsweg mit hervorragenden Karrierechancen.

Berufsschulstandorte sichern: Bestehende Standorte bleiben erhalten und werden sinnvoll vernetzt. Gute Erreichbarkeit, moderne Ausstattung und klare Organisation sind Aufgabe des Schulträgers.

Betriebe entlasten: Ausbildungsbetriebe brauchen einfache Verfahren, klare Ansprechpartner und schnelle Entscheidungen. Kommunalpolitik agiert als Partner statt als Hürde.

Praxisnahe Orientierung: Schulen kooperieren eng mit Handwerk, Mittelstand und Industrie. Praktika, Betriebserkundungen und Ausbildungsmessen eröffnen jungen Menschen Perspektiven in der Region.

Digitale Angebote ausbauen: Hybridunterricht, Lernplattformen sowie moderne Werkstätten und Fachräume machen Ausbildung attraktiv und flexibel. Der Landkreis treibt diese Entwicklung aktiv voran.

Schulische Rahmenbedingungen verbessern: Investitionen in Ausstattung, Labore, IT und die ÖPNV-Anbindung sichern Qualität und kurze Wege. So bleibt Ausbildung wohnortnah und leistungsfähig.

Bildung in Waldeck-Frankenberg

Bildung ist der Schlüssel zu persönlicher Freiheit, gesellschaftlichem Zusammenhalt und wirtschaftlicher Stärke. Nicht Herkunft, sondern Leistung und Talent sollen über Bildungswege entscheiden. Gerade im ländlichen Raum wie Waldeck-Frankenberg ist eine moderne, verlässliche und leistungsfähige Bildungslandschaft entscheidend, um junge Menschen zu halten und Zukunftschancen vor Ort zu eröffnen. Die Bildungslandschaft reicht von frühkindlicher Bildung über Grund- und weiterführende Schulen bis hin zur beruflichen Bildung und dualen Studienangeboten. Diese Vielfalt wollen wir sichern, weiterentwickeln und konsequent an den Anforderungen des 21. Jahrhunderts ausrichten.

Moderne Schulen mit verlässlicher digitaler Infrastruktur: Jede Schule braucht Glasfaser, flächendeckendes WLAN und geeignete Endgeräte. Medien- und Digitalisierungskonzepte müssen verbindlich, praxistauglich und auf Unterrichtswirkung ausgerichtet sein, statt aus isolierten Einzelmaßnahmen zu bestehen.

Lehrkräfte fortbilden, Innovation stärken: Lehrkräfte und Schulleitungen erhalten gezielte Fortbildungen zu KI-gestütztem Lernen, individualisierter Förderung und modernen didaktischen Ansätzen. Digitalscouts entwickeln wir zu echten Innovations- und Schnittstellenfunktionen weiter, die Schulentwicklung praktisch voranbringen.

IT-Betreuung und klare Supportstrukturen sichern: Verlässliche IT-Betreuung ist Voraussetzung für guten Unterricht. Zuständigkeiten und Supportprozesse werden klar geregelt, damit Lehrkräfte ihre Zeit dem Lehren widmen können.

Wir möchten unsere Schulen darin bestärken, mehr Alltagswissen in den Unterricht zu bringen. Mit der App „LifeTeachUs“ können „LifeTeacher“ als Bildungspartner Vertretungsstunden übernehmen.

Früh fördern: Bildungsgerechtigkeit von Anfang an: Frühkindliche Bildung entscheidet über Sprachkompetenz, soziale Entwicklung und spätere Bildungserfolge. Wir stärken verbindliche Sprachförderung vor der Einschulung, unterstützen Kitas bei Ganztagsangeboten und pädagogischer Qualität und entlasten Träger sowie Kommunen durch unbürokratische Beratung und klare Zuständigkeiten. Übergänge zwischen Kita, Grundschule und weiterführender Schule werden besser vernetzt und gestaltet.

Berufliche Bildung und duale Studienangebote ausbauen: Berufsschulen im Kreis werden gestärkt und ausgebaut. Duale Studienangebote in nachgefragten Zukunftsfeldern werden erweitert, damit der Landkreis gut ausgebildete Fachkräfte gewinnt und hält. Wir schaffen attraktive Rahmenbedingungen, damit junge Menschen für Ausbildung und Studium in der Region bleiben oder zurückkehren.

Schulen, Betriebe und Hochschule eng verzahnen: Schulen, Handwerk, Industrie und die THM arbeiten enger zusammen. Praxisprojekte, Praktika, Messeformate und Übergangsberatungen erleichtern den Einstieg in Ausbildung und Studium und binden Talente an die Region.

Bildung mit Verantwortung und Freiheit gestalten: Liberale Bildungspolitik setzt auf klare Standards, individuelle Förderung und Vertrauen in die Kompetenz der Bildungseinrichtungen. Der Staat ermöglicht, statt zu überregulieren, und Entscheidungen werden dort getroffen, wo sie wirken – vor Ort. Unser Ziel ist eine Bildungslandschaft, die Leistung fördert und anerkennt, individuelle Bildungswege ermöglicht, soziale Herkunft überwindet und junge Menschen zu selbstständigem Denken, Verantwortung und Engagement befähigt.

So sichern wir Zukunftschancen – für jede und jeden Einzelnen und für unseren ländlichen Raum insgesamt.

Bürgerentscheide in Waldeck-Frankenberg

Unsere Forderungen:

Wir fordern bessere Aufklärung darüber, wie Bürgerbefragungen und Bürgerbegehren durchgeführt werden können. Statt „Das verstehen die Bürger nicht – da können sie nicht drüber entscheiden.“ wollen wir mehr direktdemokratische Elemente. Als erste Schritte sollen in Zukunft digitale Bürgerbefragungen durchgeführt werden, bei denen Bürgerinnen und Bürger direkt ihre Meinung zu Planungen und Projekten vor Ort einbringen können. Diese Befragungen sollen auf digitalem Wege organisiert sein.

Im Kern liberaler Politik steht immer der und die Einzelne als vernunftbegabter Mensch. Er kann seine Entscheidungen auf demokratischem Wege einbringen – ob indirekt über die von ihm gewählten Vertreter in Parlamenten oder Versammlungen oder auf direktem Wege. Wir sperren uns nicht gegen Bürgerbefragungen und -entscheide zu Einzelentscheidungen vor Ort. Lediglich eine Abwägung des Aufwandes und eine gute Informationslage gehören dabei stets bedacht.

Bereits jetzt sind laut HGO (§ 8b) Bürgerentscheide auf Gemeindeebene möglich. Wir fordern den Landkreis dazu auf, die Anbahnung auf Gemeindeebene zu unterstützen.

Denkmalschutz in Waldeck-Frankenberg

Unsere Forderungen:

Der richtige Grundgedanke des Denkmalschutzes ist in ein Verwaltungs- und Bürokratiemonster ausgeartet. Wenn Wohnraum „blockiert“ wird, weil die Anforderungen des Denkmalschutzes zu starr ausgelegt werden, müssen pragmatische Lösungen her statt „diese Sockelleiste ist aus dem falschen Holz“. Wir setzen uns dafür ein, dass die untere Denkmalschutzbehörde in pragmatischen Entscheidungen gestärkt wird.

Bei vielen Denkmälern, die im Sinne der Pflege von Kultur und Geschichte unserer Region bereits gut erhalten betreut werden, gibt es einen breiten gesellschaftlichen Konsens darüber, dass wir sie gut erhalten sollten. Bei verfallenen Gebäuden, in denen Wohnraum entstehen könnte, muss jedoch auch ein Abriss als Option deutlich ernsthafter als bislang ermöglicht werden.

Auf Landesebene macht sich die FDP Waldeck-Frankenberg bereits seit Jahren für eine Reform stark. Wenn die Landesregierung nun eine Vereinfachung der Zusammenarbeit von unterer Denkmalschutzbehörde und der Fachbehörde (Landesamt für Denkmalschutz) einführt, kann das nur ein erster Schritt sein. Die FDP Hessen fordert die konsequente Kommunalisierung der Entscheidungen – d.h. Abstimmungen der Kreistage, Städte- und Gemeindevertretungen über konkrete Projekte.

Innovationen im Bereich der Denkmalumbauten sind echte Zukunftsprojekte. Sie dürfen nicht dogmatisch von Schreibtischen aus, sondern müssen fördernd vor Ort begleitet werden.

Familien in Waldeck-Frankenberg

ÖPNV verlässlich ausbauen: Wir schaffen ein modernes Angebot im gesamten Kreisgebiet und in den Städten und Gemeinden. Dabei sollen auch neue Konzepte wie der On-demand-Busverkehr erprobt werden, bei dem der ÖPNV appgestützt und nach Bedarf gesteuert wird.

Früh-Kitas ermöglichen: Der Landkreis unterstützt Gemeinden, die Kitas bereits ab 5 Uhr öffnen wollen. Besonders Beschäftigte in Gastronomie, Pflege und Schichtarbeit erhalten so praxistaugliche Betreuung.

Beteiligung ausweiten: Bestehende Gremien wie Senioren-, Ausländer- und Präventionsrat werden gestärkt und um neue Formate wie einen Jugendbeirat ergänzt. So entsteht eine informierte, interessierte Bürgerschaft mit starker demokratischer Kultur.

Bildung und Freizeit fördern: Gute Wohnverhältnisse, ein breites Bildungsangebot und vielfältige Freizeitmöglichkeiten bilden die Basis für ein gelingendes Miteinander von jung bis alt. Der Landkreis schafft hierfür verlässliche Rahmenbedingungen.

Familie als Keimzelle der Demokratie: Gute Kinderbetreuung, starke Schulen und generationenübergreifende Angebote fördern Respekt, Verantwortung und Teilhabe von Anfang an.

Freiheit und Eigenverantwortung respektieren: Politik setzt den Rahmen und stärkt Selbstbestimmung. Familien entscheiden selbst, wie sie leben. Wir unterstützen sie pragmatisch, unbürokratisch und auf Augenhöhe.

Gesundheit in Waldeck-Frankenberg

Waldeck-Frankenberg ist ein großer Flächenkreis und muss für Gesundheitsvorsorge und Krankenbehandlung besondere Anstrengungen unternehmen. Die Freien Demokraten verstehen die Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit als Aufgabe der Daseinsvorsorge und gestalten sie seit Jahrzehnten aktiv mit.

Gesundheitsvorsorge stärken: Der Landkreis bietet gemeinsam mit Krankenkassen und weiteren Anbietern zahlreiche Programme zur Gesunderhaltung an. Die FDP unterstützt diese Maßnahmen in Vereinen, Aktivgruppen und im Breitensport, weil Prävention Gesundheit fördert und Folgekosten senkt.

Ambulante Versorgung wohnortnah sichern: Hausärzte sind das Rückgrat der ambulanten Versorgung. Die FDP unterstützt die Anwerbung von Landärzten, die Einrichtung von Gemeinschaftspraxen und medizinischen Versorgungszentren (MVZ). Ziel ist ein dichtes Netz wohnortnaher Arztpraxen, in denen behandelt wird und der Hausarzt im Bedarfsfall weitere Wege koordiniert. Dazu gehören im Flächenkreis auch ausreichend Apotheken in zumutbarer Entfernung mit verlässlichen Öffnungszeiten.

Stationäre Versorgung zukunftsfest aufstellen: Die FDP fordert seit über zehn Jahren ein kreisweites Konzept für die stationäre Versorgung und hat früh auf Kooperation gesetzt. Wir stehen eindeutig zur Fusion der Krankenhäuser in Frankenberg und Korbach zum Kreiskrankenhaus Waldeck-Frankenberg. Der Zusammenschluss auf Augenhöhe ist der richtige Weg, um den Anforderungen der Krankenhausreformen in Bund und Land wirksam zu begegnen. Wir begleiten die medizinisch begründete Strukturentwicklung ohne Kirchturmdenken oder Besitzstandswahrung. Geburten, Chirurgie, Innere Medizin, Notfallmedizin, Geriatrie und weitere Fachbereiche der Grund- und Regelversorgung sollen im Landkreis erhalten bleiben. Die konkreten Standorte oder Doppelstandorte werden auf fachlicher Grundlage festgelegt.

Kur und Rehabilitation fördern: Für die übrigen Krankenhäuser im Landkreis strebt die FDP tragfähige Konzepte an, auch mit Blick auf eine mögliche Anbindung an das Kreiskrankenhaus Waldeck-Frankenberg. Die Kur- und Rehabilitationskliniken sind ein starker Standortfaktor mit gutem Ruf. Der Kreis soll sie gezielt unterstützen, damit Kur und Reha in Waldeck-Frankenberg leistungsstark bleiben.

Betreuung und Pflege im Alter verlässlich organisieren: Senioren- und Altenheime verdienen besondere Aufmerksamkeit, ebenso wie die Pflege zu Hause. Angesichts einer wachsenden Zahl älterer Menschen braucht es gute Beratung für die häusliche Pflege und eine vorausschauende Planung stationärer Angebote. Unsere betagten Mitbürgerinnen und Mitbürger verdienen Anerkennung, Respekt und die nötige Pflege, damit der Lebensabend gut gelingt.

Digitalisierung in Waldeck-Frankenberg

Waldeck-Frankenberg ist ein stark ländlich geprägter Landkreis. Gerade unter diesen Bedingungen sind leistungsfähige und effiziente Verwaltungsstrukturen entscheidend. Große Entfernungen, begrenzte personelle Ressourcen und der demografische Wandel fordern konsequente Digitalisierung, damit staatliches Handeln dauerhaft handlungsfähig, bezahlbar und bürgernah bleibt.

Papierloses Kreishaus mit vollständig digitalen Verfahren: Wir wollen, dass Verwaltungsverfahren grundsätzlich vollständig digital abgewickelt werden. Digitale Anträge, digitale Aktenführung und digitale Bescheide sollen der Regelfall sein. Papier wird nur dort eingesetzt, wo es rechtlich oder technisch zwingend erforderlich ist.

Durchgängig digitale Prozesse statt nur Onlineformulare: Es geht nicht um das bloße Bereitstellen von Onlineformularen, sondern um durchgängige Digitalisierung von der Antragstellung bis zur Entscheidung. Es darf nicht mehr vorkommen, dass digital eingereichte Anträge ausgedruckt und intern manuell weiterbearbeitet werden.

Prozesse vorher vereinfachen und standardisieren: Schlechte Prozesse digital abzubilden führt zu schlechten digitalen Prozessen. Deshalb überprüfen, vereinfachen und standardisieren wir Abläufe, bevor sie digital umgesetzt werden. So entstehen klare, schnelle und fehlerarme Verfahren.

Transparenz, Tempo und Service erhöhen: Ein papierloses Kreishaus beschleunigt Bearbeitungen, senkt Kosten, erhöht die Nachvollziehbarkeit und entlastet die Mitarbeitenden spürbar. Bürgerinnen und Bürger profitieren von klaren Statusinformationen und kürzeren Wartezeiten.

KI-Konzept Verwaltung 2035 gegen den Fachkräftemangel: Der Fachkräftemangel wird die Verwaltung massiv treffen, während Künstliche Intelligenz neue Effizienzpotenziale eröffnet. KI unterstützt bei standardisierten Vorgängen, der Vorprüfung von Anträgen, der Erstellung von Textentwürfen und der Vorbereitung von Entscheidungen.

KI übernimmt Routine, Menschen bleiben verantwortlich: Wir entwickeln ein KI-Konzept Verwaltung 2035, das die Leistungsfähigkeit trotz schrumpfender Personalressourcen sichert. KI soll Aufgaben übernehmen, nicht Menschen verdrängen. Niemand wird gekündigt, freiwerdende Stellen werden jedoch nicht nachbesetzt.

Keine Wiederholung vergangener Fehler: Die bisherige Digitalisierung hat oft zusätzliche Stellen in der Verwaltung geschaffen, ohne Effizienzgewinne zu realisieren. Diesen Ansatz lehnen wir ab. Bis 2035 soll KI einen spürbaren Teil der Verwaltungsaufgaben übernehmen und so einen planbaren Personalabbaupfad über natürliche Fluktuation ermöglichen.

So sichern wir eine leistungsfähige Verwaltung, die auch unter den Bedingungen des demografischen Wandels verlässlich handlungsfähig bleibt.