KNELL zu Besuch in Bad Arolsen

10. Juli 2019

Bildunterschrift von rechts nach links:
Carsten Thiel, Dr. Constantin von Brandenstein-Zeppelin, Tobias Canisius,
Philipp Victor Russell, Oliver Wagemann (Revierleiter Kohlgrund, Fürstliches Forstamt Arolsen),
Carl Anton Prinz zu Waldeck und Pyrmont, Gerhard Rieß von Scheurnschloß, Hans-Hilmar von der Malsburg,
Landtagsabgeordnete Wiebke Knell, Eike Hancken

Spaziergang durch Wald und Feld

Die FDP-Landtagsabgeordnete Wiebke Knell aus Neukirchen (Schwalm-Eder-Kreis) war
kürzlich auf Einladung der „Familienbetriebe Land und Forst Hessen e.V.“ zu Besuch
in Bad Arolsen, um sich dort bei einem politischen Feld- und Waldspaziergang aus erster
Hand über die aktuelle Situation in Wald und Feld zu informieren.

Carl Anton Prinz zu Waldeck und Pyrmont führte als Gastgeber die Exkursionsrunde,
bestehend aus der Abgeordneten und dem Vorstand der Familienbetriebe Land und Forst,
an markante Stellen des Waldes.

„Ich habe den Betrieb vor 3 Jahren übernommen und die Folgen des letzten Trockensommers
werden mich mein ganzes Berufsleben begleiten“, erklärte der Prinz. Er wies auf eine
zusätzliche Gefahr für die Forstwirtschaft im Jahr 2019 hin: „Neben der Trockenheit und
er daraus resultierenden Borkenkäferplage bei der Fichte kommt jetzt auch noch eine
Erkrankung der Buchenbestände hinzu.“ Trockenheit und Hitze im Jahr 2018 hat die Buchen
derart geschwächt, dass sie von Buchenborkenkäfern befallen werden. Es kommt zum Austreten
von Pflanzensaft, auch Buchenschleimfluss genannt. Die Einbohrlöcher der Borkenkäfer sind
optimale Eintrittspforten für holzabbauende Pilze. Der Baum stirbt nach ein bis zwei Jahren ab.

„Das ist ein weiterer Schlag ins Kontor der Forstwirte“, sagte Knell, die auch forstwirtschaftliche
Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion ist. „Wer jetzt schon durch die Fichtenproblematik an seine
Reserven gehen musste, der hat kaum eine Möglichkeit, dringend erforderliche Nachpflanzungen zu
finanzieren.“ Diese Nachpflanzungen seien aber zwingend erforderlich, um den Wald in seiner
Funktion als Klimafaktor zu erhalten. „Wer den Klimawandel bekämpfen will, kann das am besten
mit dem Pflanzen von Bäumen“, so Knell. Sie fordere deswegen auch, dass die Förderrichtlinien
praxistauglicher werden und somit der Antragsweg dorthin vereinfacht werde.

Einhellige Meinung der Gruppe war, dass eine wissenschaftlich unterstützte aktive Forstwirtschaft
der einzige erfolgversprechende Weg aus der Krise sei. Knell forderte: „Wir müssen den Wald fit
für die Zukunft machen, um zukünftig Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit besser in Einklang
zu bringen. Dafür muss erforscht werden, welche Bäume besonders witterungsresistent, wirtschaftlich
und damit zukunftsfähig sind.“

Einigkeit herrschte auch darin, dass die aufkommende „Urbane Arroganz“ mancher Landespolitiker
aus Ballungsräumen für die Bevölkerung im ländlichen Raum langsam unerträglich werde. „Sowohl
die forstlichen, als auch die landwirtschaftlich Aktiven vor Ort können die doktrinär bedingte
Ausblendung von wissenschaftlichen Tatsachen nicht nachvollziehen. Als Nordhessin stehe ich an
der Seite der Menschen im ländlichen Raum und unterstütze auch weiterhin die hessischen
Waldbesitzer“, erklärte Knell abschließend.